PM Haftentlassung: Abrüstungsaktivistin wieder frei!

Neue Aktionen gegen deutsche Massenvernichtungswaffen geplant

Pressemitteilung
28.03.2019, 11:30 Uhr, Hildesheim. Zur sofortigen Veröffentlichung freigegeben.


Heute Mittag wurde die Abrüstungsaktivistin Clara Tempel (23) aus dem Frauengefängnis Hildesheim entlassen. Anlass der Haftstrafe war ihr Eindringen in den Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz, während Bundeswehrsoldaten den Abwurf von Atombomben übten. Nach ihrer Haftstrafe ist sie nun umso entschlossener, weiter gegen die völkerrechtswidrige Stationierung und Aufrüstung von Atomwaffen einzutreten.

„Alle reden über Zivilcourage. Doch bei schweren Völkerrechtsverstößen, da handelt niemand und alle weisen die Verantwortung weit von sich,“ klagt Tempel kurz nach ihrer Haftentlassung auch das Gerichtsversagen an. Vom Amtsgericht Cochem bis zum Oberlandesgericht Koblenz haben alle der mit Tempels Fall befassten Gerichte bisher nicht anerkannt, dass konsequenter Ziviler Ungehorsam eine legitime Form des Protests darstellt, wenn staatliche Instanzen versagen. Denn trotz der fortschreitenden weltweiten Ächtung durch den von 122 Staaten unterstützten Atomwaffen-Verbotsvertrag hält Deutschland an diesen Massenvernichtungswaffen fest. Bis 2024 sollen die US-amerikanischen Atombomben in der Eifel gar völkerrechtswidrig durch Waffen mit neuen Funktionen ersetzt werden. Nur um diese neuen Bomben nach wie vor ins Ziel tragen zu können, plant die Bundesregierung, neue Jagdbomber aus den USA einzukaufen.

Während Tempels Haft erreichten sie Solidaritätserklärungen aus dem Bundestag, von einer Demonstration am Atomwaffenstützpunkt Büchel sowie zahlreichen Gruppen und Einzelpersonen. Schon in den ersten drei Tagen ihrer Haft erhielt sie 190 Briefe und Postkarten. Bei ihrer Entlassung wurde sie von 40 Atomwaffengegner*innen wieder in Freiheit begrüßt. „Wir erleben einen neuen energischen Aufschrei gegenüber Atomwaffen,“ stellt Arvid Jasper als Pressesprecher der Prozesskampagne Wider§pruch fest. Tempel ist bereits die 25. Abrüstungsaktivist*in, die für Aktionen rund um den rheinland-pfälzischen Militärflughafen im Gefängnis einsaß.

Am 26. März begann eine neue Protestwelle am Atomwaffenlager Büchel. Zwanzig Wochen lang werden Aktivist*innen dort den Betriebsablauf rund um die zwanzig dort stationierten US-Atombomben stören. Auch Tempel, deren Aktionsnetzwerk JunepA 2017 mit dem renommierten Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde, gibt sich kämpferisch: „Es ist an uns, den Schrecken zukünftiger Bombennächte heute zu verhindern.“ Eine atomwaffenfreie Welt ist die einzige Möglichkeit, die humanitäre Katastrophe eines Nuklearkriegs langfristig zu verhindern. Dafür muss die vielfältige Zivilgesellschaft den bislang boykottierten Beitritt der Bundesregierung zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag erzwingen.

Die Anti-Atomwaffen-Bewegung zeigt einige Parallelen zu der Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King. „So lange die Atomwaffen in Büchel nicht abgezogen sind, wird es immer wieder Menschen geben, die dort begrenzte Regelübertretungen begehen – und wie Tempel dann auch bewusst für ihre Überzeugungen ins Gefängnis gehen“ so Jasper. Denn neben Tempel gibt es zahlreiche weitere Menschen, die sich selbst zu jährlich mindestens einer Aktion gegen die Atomwaffen in Büchel verpflichtet haben.

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Für Rückfragen und Interviewabsprachen erreichen Sie uns gern unter 0177/2612232 (Pressesprecher Arvid Jasper)

Empfang in der Freiheit:

am Donnerstag (28.3.) wird Clara entlassen. Wir treffen uns um 10.30 auf der Mahnwache vor der JVA in Hildesheim um sie gemeinsam abzuholen. Wir freuen uns wenn so viele wie möglich komen

Tag V auf der Mahnwache Infobrief:

Hallo, liebe Leute,

wir haben wieder einen Brief von Clara erhalten, den wir euch hier gerne zum Lesen geben. Es ist der öffentliche Brief #4, den uns Kathrin Vogler, Bundestagsabgeordnete der Linken heute nach ihrem Besuch bei Clara mit rausgebracht hat. #3 hat uns leider auf dem Postwege noch nicht erreicht.

Für den Entlassungstag am Donnerstag, 28.3. gibt es einige wichtige Details:

  • Clara wird voraussichtlich um 11 Uhr entlassen.
  • Bitte seid um spätestens 10.30 Uhr auf unsere Mahnwache am Godehardsplatz 7
  • Bitte bringt eine einzelne Blüte mit, so dass wir Clara mit einen bunten Blumenstrauß begrüßen können
  • Zieht euch warm an und bringt etwas gegen Regen mit
  • Bitte stellt euch darauf ein, dass Clara nach einer Woche mit sehr wenigen Reizen, schnell von externen Reizen sehr gefordert sein könnte. Sie wird nicht auf jedeN Einzelnen von euch zugehen können.

Nach der Begrüßung in der Freiheit wird Clara eine kurze Zeit mit anwesender Presse reden. Danach werden wir alle zusammen kommen, um entweder von ihr direkt etwas zu hören oder alternativ werden wir etwas aus ihren Briefen vorlesen und von unseren Eindrücken berichten.

Um 12 Uhr seid ihr alle zu einem gemeinsamen Mittagessen (mit gemeinsamen Abwasch) eingeladen. Danach werden wir uns als Prozessgruppe Wider§pruch zurückziehen, um für uns einen Abschluss dieser erfüllten Mahnwachen- und Gefängniszeit zu finden.

Nach ein paar Tagen werdet ihr dann einen neuen Infobrief von uns erhalten, mit einem Rückblick von Clara und einem Blick nach vorne: Zu unserem Prozess vor dem Landgericht Koblenz im April.

Jetzt aber freuen wir uns erst mal auf ein kraftvolles Begrüßen von Clara und einen guten gemeinsamen Abschluss vor dem Gefängnis in Hildesheim, mit all den solidarischen Menschen, die uns auf der Mahnwache besucht haben.

Nur noch zweimal schlafen…

Menschen der Prozesskampagne Wider§pruch

Brief #4 von Clara

Heute haben wir einen neuen Brief von Clara erhalten:

Di, 26.3.19

Hallo ihr lieben Menschen da draußen,

dies wird wahrscheinlich mein letzter Brief aus der JVA sein. Übermorgen bin ich dann wieder in Freiheit.
Bevor das alles vorbei ist, möchte ich noch ein bisschen näher beschreiben, wie es hier ist.

Meine Zelle ist 7 m² groß. Sie hat hohe Decken und ein vergittertes Fenster, das aber so weit oben ist, dass ich kaum rausschauen kann. In meiner Zelle habe ich viele der Dinge, die in einer Woche Gefangenschaft sehr nützlich sind: Einen Wasserkocher, Fernseher, Schreibpapier, Buntstifte, Briefmarken, ein Liederheft (das Gleiche, das ich auch bei der Mahnwache habt), ein Notizbuch, meine eigenen Klamotten, eigene Bettwäsche, Süßigkeiten und durch einen Antrag habe ich sogar drei meiner eigenen Bücher bekommen. Nur meine Gitarre und meine Stricksachen, die unten in der Kammer liegen, fehlen mir sehr. Insgesamt kann man aber sagen, dass ich – rein materiell gesehen – hier drinnen ein gutes Leben führe.
Trotzdem gibt es da den Lärm, die Enge, die ständige Möglichkeit, dass jemand ungefragt reinkommt, die Machtlosigkeit, die Isolation. Das alles führt dazu, dass ich sehr oft angespannt bin und mich auf jeden Fall darauf freue, am Donnerstag wieder draußen zu sein.
Aber trotzdem kann ich die Zeit hier für mich nutzen. Ich schreibe & lese Briefe, singe, lese Bücher, trinke Tee und schmücke meine Zelle. Ich kann all den Mist, der hier drinnen passiert, gut aushalten. Auch weil ich weiß, dass ich draußen so viele Unterstützer_innen habe. Und weil ich weiß, wofür ich das hier mache. Ich versuche einfach, mir vorzustellen, dass ich in einer Aktion bin, so wie 2016 am Atomwaffenlager. Natürlich gab es da auch herausfordernde oder mulmige Momente, aber wir haben es gemeinsam geschafft, unsere Angst zu überwinden und haben unser Ziel verfolgt. Als vor uns Soldat_innen mit Gewehren standen, haben wir begonnen zu singen. Ich glaube, es gibt fast immer einen Ausweg aus unserer Angst oder einen Weg, mit ihr umzugehen. Ungehorsam sein, das bedeutet für mich nicht, keine Angst zu haben, sondern die eigene Angst Huckepack zu nehmen und sie an einen Ort zu tragen, an dem sie sich in Mut verwandeln kann.
Das versuche ich auch hier im Gefängnis, jeden Tag. Wenn wieder etwas passiert ist, worüber ich mich ärgere oder was mir Angst macht, dann schreibe ich das auf meine „Absurditätenliste“, das macht es einfacher, damit umzugehen. Wenn ich mich innerlich von etwas distanzieren möchte, dann schaue ich mit einem wissenschaftlichen, forschenden Blick darauf. Wenn ich von all der fremdbestimmten Struktur überwältigt werden, dann gebe ich mir eigene Strukturen, feste Abläufe, die ich dann selbstbestimmt einhalten oder ignorieren kann. Diese Strategien machen spürbar, dass in mir drin noch eine eigenmöchtige Person ist, die selbstständig Entscheidungen treffen kann und das ist ein gutes, befreiendes Gefühl.

Heute will ich Grüße nach Büchel schicken, wo in diesen Tagen die 20-wöchige Aktionspräsenz beginnt. Das ist eine Einladung an alle, die einmal ausprobieren möchten, wie sich Protest direkt am Unrechtsort anfühlt oder die den Schritt zum Zivilen Ungehorsam gehen wollen. Oder an diejenigen, die sich – so wie ich – versprochen haben, in jedem Jahr mindestens eine Aktion in Büchel zu machen.

Egal, ob in Büchel oder anderswo: Ziviler Ungehorsam und andere Formen des Widerstands sind notwendig, um zur nuklearen Abrüstung beizutragen.
Lasst uns auch all die Menschen im Blick haben, die nicht groß in der Presse sind, deren Namen wir nicht kennen, die im Stillen gegen Unrecht kämpfen. Uns alle braucht es für eine echte Veränderung.

Ich bin gespannt auf alles was kommt.

Liebe Grüße
Clara

Tag IV … und immer viel Wasser trinken….

Die Tage hier vergehen so schnell, dass wir kaum zum schreiben kommen.

Gestern haben wir sehnsüchtig einen Brief von Clara erwartet. Der kam aber nicht. Wir hatten im Vorfeld verabredet, dass wir in so einem Fall versuchen, irgendwie von draußen Infos zu bekommen. Und das ist uns dann nach einem Anruf bei der JVA gelungen. Wir erfuhren, dass es Clara gut geht und andere Infos, die uns beruhigten. Gelassener konnten wir in den Rest des Tages gehen.
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Tag III Brief einer Sympathisantin

Liebe Friedliche,
ich habe soeben folgende mail an die St-Andreas-Gemeinde in Hildesheim geschickt und dann an die Hildesheimer Allgemeine Zeitung mit Bitte um Veröffentlichung:

Sehr geehrte Damen und Herren der Gemeinde St. Andreas,
sehr geehrter Herr Pfarrer Albrecht,

heute erfuhr ich von einem Teilnehmenden an der Mahnwache für Clara Tempel, daß die Gruppe anläßlich des Bombenabwurfs über Hildesheim heute vor 74 Jahren am Friedensfest teilnehmen wollte und von Ihnen, Herr Pfarrer, des Geländes verwiesen wurde.
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Tag II von Claras Haftantritt

„Gefängnis ist meine Berufung“ Gerd Büntzly Der zweite Tag von Claras Haft beginnt mit Nebel und einige von uns haben in ihren Zelten doch etwas gefroren. Pünktlich zum Frühstück ist der Himmel aber wieder wolkenlos und die Sonne scheint auf angeregte Gespräche über verschiedene Formen von Gedenken und Protest gegen Krieg. Nach einem ausgedehnten Frühstück ziehen einige von uns Richtung Hildesheimer Friedenstag, während andere Kraniche falten und wieder andere diskutieren über Atomwaffen, deutsche Nato-Teilhabe und den Sinn und Unsinn von Drohungs- und Abschreckungslogiken.

Aus Anlass der 75 jährigen Zerstörung der Stadt Hildesheim wird von der Stadt eine Gedenkveranstaltung in St. Andreas abgehalten. Auch wir gehen hin und wollen darauf aufmerksam machen, dass Erinnern und Gedenken wichtig ist, aber gleichzeitig ein gemeinsames Nachdenken über Alternativen zu militärischen Auseinandersetzungen und der sofortige Abzug der Atomwaffen notwendig ist. “ Nie wieder Krieg“ kann nur durch beherztes Handeln erreicht werden. Wir können nicht lange Flugblätter verteilen, da erteilt uns der zuständige Pfarrer Hausverbot. Wir melden eine Eilversammlung nach dem niedersächsischen Versammlungsrecht an. Die Polizei erscheint, wir argumentieren mit dem Fraport Urteil (Hausherren/frauen von öffentlich genutzten Bereichen, wie Flughäfen, müssen es dulden, wenn begrenzte Versammlung in ihrem Bereich durchgeführt werden), aber das kennt die Polizei nicht. Also ziehen wir uns von dem kirchlichen Grundstück zurück (obwohl heute hier der Friedenstag begangen wird), hängen unser Transparent außerhalb auf und gehen wieder, wie vorher auf die Menschen zu, die an der Gedenkveranstaltung teilnehmen wollen. Es kommt zu guten Gespräche über Zerstörung und die Existenz von Atombomben.

Über den Tag verteilt haben wir viele schöne Begegnungen mit Passant*innen und Besucher*innen, von denen zwei sogar aus Freiburg angereist sind. „Gefängnis ist meine Berufung“ erklärte Gerd Büntzly zu seinen Haftaufenthalten. 10 Menschen lauschten ihm bei schönsten Sonnenschein in unserem 2. Erzählcafe.

Der Nachmittag klingt wie gestern mit einem Rundgang um das Gefängnis aus. Wir können Clara nicht sehen. Langsam werden wir unsicher, weil wir uns so abgeschnitten fühlen. Wie es ihr wohl gehen mag? Müssen wir uns Sorgen machen oder hat sie es sich ganz zufrieden eingerichtet, so wie sonst in einer Blockade? Hoffentlich kommt morgen Post von ihr.

Die Vokü aus Hildesheim kommt mit heißer Suppe und leckerem Knoblauchbrot. Es wird immer ruhiger.

Und dann kommt noch eine großartige Soli-Aktion. Aus dem Bundestag. Dort haben sich Teilnehmer*innen des Fachgesprächs zur Atommüll-Standortsuche mit Claras Papa Jochen Stay mit Schildern aufgestellt, auf denen zu lesen ist: „Atomwaffen verbieten- Freiheit für Clara!“ Es ist absolut verboten, so etwas im Bundestag zu tun und doch ist die Aktion schneller als der Sicherheitsdienst. Endlich mal eine gute Nachricht aus dem Bundestag.

Tag I: Clara tritt ihre Haft an, 100 mahnen für atomwaffenfreie Welt

Ein aufregender Tag liegt hinter uns.

Mit mehr als 100 Unterstützer*innen aus der ganzen nördlichen Republik haben wir heute Clara in den Knast verabschiedet. Aber der Reihe nach.

Gestartet sind wir mit einem Solidaritätsfrühstück, vorbereitet von Silke vom Comm e.V. Im strahlendem Sonnenschein lauschten die bunten
Menschen den Liedern der Lebenslaute. Einige Pressevertreter*innen nahmen Clara ganz schön in Beschlag (davon merken wir im Presseecho gerade noch nicht soviel) und die Zeit zum Haftantritt rückte näher. Gegen 11.30 Uhr wechselten wir von der Mahnwache , über die Straße zum Fussgänger*innentor der JVA. Dort hielt Berthold Keunecke eine kleine Rede, in der er betonte, dass nicht nur Claras Handeln wichtig sei, sondern „darum braucht es uns alle, dass wir unsere Einsichten in konsequentes Handeln umsetzen- auch wenn das Probleme und Belastungen bedeutet.“
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Brief #2 von Clara

Wir haben heute einen Brief von Clara bekommen:

Hildesheim, 21.3.19
19.02 Uhr

Hallo ihr lieben Menschen da draußen,

dies ist mein erster Brief aus dem Gefängnis. Seit 5 Stunden bin ich hier drin und ich bin erschöpft von dem Tag & all den neuen Eindrücken. Deswegen wir dieser erste Brief kürzer als geplant.

Das Wichtigste zuerst: es geht mir gut! Alles ist hier herausfordernd & neu, aber ich fühle mich dem gewachsen und kriege das irgendwie hin. Ich muss mich erst einmal an alles gewöhnen: die Gerüche, die ständigen Geräusche, den Ablauf, das Gefühl eingesperrt zu sein… Nur sind heute, an diesen paar Stunden, schon so viele empörende Dinge, aber auch so viele wertvolle Dinge begegnet.

Worüber ich mich besonders gefreut habe…
– dass ich Briefe-Schreib-Sachen & Buntstifte mit auf die Zelle nehmen durfte
– dass die Sonne von der gegenüberliegenden, weißen Hofwand reflektiert wird und meine Zelle dadurch sehr hell ist
– dass ich vorhin für eine dreiviertel Stunde auf die Mahnwache schauen konnte, weil ich in einem Büro gegenüber saß

Es ist so wunderbar, dass ihr da seid. Nur durch unsere Gemeinsamkeit, durch unsere geteilte Überzeugung habe ich die Kraft hierfür. Danke für den zauberschönen Abschied heute. Das Bild, wie ihr auf der Brücke standet und mir gesungen habt, werde ich nie vergessen.

Ihr seid da draußen, ich bin hier drinnen. Beides gute & wichtige Worte für unseren Kampf gegen Atomwaffen. Wir sind gar nicht so weit voneinander entfernt, weil wir in unseren Köpfen oder Herzen so nah sind.

Ich schicke euch die wärmsten Grüße aus dieser Burg der Moderne. Die Logik, die hinter Knästen steht, scheint mir eine ähnliche zu sein, wie die, die hinter Atomwaffen steht. Es wir Zeit, beides hinter uns zu lassen.
Das Schlüsselklappern irgendwo auf dem Gang erinnert mich daran, dass es Zeit zum Abendessen ist. Hier drin leider kein „Abendbrot im Abendrot“ wie hoffentlich bei euch.Trotzdem bin ich guten Mutes. Wir schaffen das. Alle.

Ich bin gespannt auf alles, was kommt.
Clara