PM Klimafahndung 2020

Zivilgesellschaft ruft erneut zur Fahndung nach Klimastraftätern auf

Zivilgesellschaftliches Zentrum für Rechenschaft der Klimakrise fahndet erneut mit Plakaten nach der sogenannten „Kapitalistischen Klimazerstörer-Bande“

Berlin, 30.06.2020.

Wie bereits vor anderthalb Jahren tauchen seit letzter Nacht in Berlin und anderswo Plakate mit einem Fahndungsaufruf zur Festsetzung der sogenannten „Klimazerstörer-Bande“ auf.
Bereits Ende 2018 war auf Druck des Zivilgesellschaftlichen Zentrums für Rechenschaft der Klimakrise (ZiZeRK) eine entsprechende Sonderkommission des Landeskriminalamtes Berlin eingerichtet worden. Damals wurde die Bande dringend verdächtigt, maßgeblichen Einfluss auf die Arbeit der Kohlekommission zu nehmen und so einen raschen Kohleausstieg auszubremsen. Seitdem ist es den Verdächtigen stets gelungen, sich der Strafverfolgung zu entziehen. Jedoch gibt es laut einer Sprecherin des ZiZeRK Grund zu der Annahme, dass sie in Kürze dingfest gemacht werden könnten. Denn aktuelle Hinweise deuteten auf eine Einflussnahme auf die Ausformulierung des sogenannten Kohlegesetzes hin. Erneut drohe damit ein Kohleausstieg deutlich über zehn Jahre zu weit in die Ferne zu rücken.

Das ZiZeRK bittet daher die Bevölkerung um tatkräftige Unterstützung beider raschen Ergreifung der potenziellen Bandenmitglieder, um weiteren irreversiblen Schaden an den Lebensgrundlagen der Menschheit zu verhindern. Die Bande soll außerdem vor Gericht für die Folgeschäden der Klimakrise haftbar gemacht werden.
Gesucht wird aktuell nach den Vorständen der RWE AG und der LEAG sowie dem Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Ihnen werden unter anderem unterlassene Hilfeleistung, fahrlässige Tötung in tausenden Fällen sowie Verursachung von Schäden an bestimmten Arten und natürlichen Lebensräumen vorgeworfen und entsprechende Schadensersatzforderungen gestellt.
Einige der Gesuchten sollen sich diese Woche im Rahmen der anstehenden Verabschiedung des Kohlegesetzes im Bundeswirtschaftsministerium oder an anderen Orten im Regierungsviertel aufhalten. Weitere anwesende hochrangige Akteur*innen aus Politik und Wirtschaft werden ebenfalls verdächtigt, Teil der Bande zu sein.

„Laut dem IPCC Sonderbericht zum 1,5 Grad-Ziel bleiben uns weniger als acht Jahre für massive Emissionsreduktionen. Die Weltgemeinschaft muss demnach drastische Klimaschutz-Anstrengungen unternehmen und ihre Wirtschaftsweise ändern“, erklärt Esther Dolanyi vom ZiZeRK. „Von Gesetzgeber*innen, welche auf Druck der Lobby unter fadenscheinigen Argumenten überholte und klimschädliche Industrien länger als nötig am Leben erhalten und dabei sogar den unzureichenden Kompromiss der Kohlekommission brechen, ist jedoch kein effektiver Klimaschutz zu erwarten. Deswegen fahnden wir nun mit Nachdruck nach der kapitalistischen Klimazerstörer-Bande – also nach denen, die mit ihrerPolitik bzw. ihrem Geschäftsmodell weitere Klimatote in Kauf nehmen,ohne mit der Wimper zu zucken. Ihr Handeln ist als klarer Angriff auf den Klimaschutz zu werten.“

Jojo Müller vom Jungen Netzwerk für politische Aktionen (JunepA)unterstreicht den Fahndungsaufruf, der die Dramatik der Klimakrise deutlich mache: „Kohlekraftwerke müssen jetzt abgeschaltet werden.Klimaschutz heißt aber auch, den Energieverbrauch drastisch zu reduzieren. Dies steht im direkten Widerspruch zu den sogenannten Corona-Hilfspaketen der Bundesregierung für beispielsweise die Luftfahrt- oder Autoindustrie. Eine Rückkehr zur kapitalistischen Normalität ist gerade in Zeiten von Corona kein Sachzwang – im Gegensatzzum Pariser Klimaabkommen, wenn wir die Klimakatastrophe noch abwenden wollen.“
„Deutschland verstößt mit seiner weiterhin faktisch nicht existierenden Klimapolitik gegen das Pariser Klimaschutzabkommen und verhindert jegliche Klimagerechtigkeit!“, stellt Dolanyi klar.

Das Zivilgesellschaftliche Zentrum für Rechenschaft der Klimakrise isteine Initiative von JunepA. Das Netzwerk organisiert seit 2013bundesweit Aktionen des Zivilen Ungehorsams zu verschiedenen aktuellen Themen wie Klimawandel oder Militarisierung.

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Die Fahndungsplakate finden Sie unter https://junepa.noblogs.org/aktionen/klimafahndung-2020/

Fotos auf den Social Media-Kanälen:
https://twitter.com/Junep_A
https://www.facebook.com/jungesnetzwerkfuerpolitischeaktionen/
Kontakt zum Presseteam: presse-junepa[ÄTT]riseup.net

Rückblick auf die erste Klimafahndung 2018: https://junepa.noblogs.org/rueckblick/klimafahndung/

Die #Klimafahndung wird erweitert

Das Zivilgesellschaftliche Zentrum für Rechenschaft der Klimakrise fahndet nun schon seit zwei Wochen mit Plakaten nach der sog. „Kapitalistischen Klimazerstörer-Bande“. In zahlreichen Städten tauchten die Fahndungsplakate auf und die Fahndung geht weiter, wird nun mit einem neuen Plakat ausgeweitet auf uns alle, denn:

Wohlstand und Ressourcenverbrauch im globalen Norden geht einher mit Armut und Ressourcenextraktion im globalen Süden. Unsere imperiale Lebensweise ist von Ausbeutung und Abhängigkeiten geprägt, Umweltschäden werden mit der Produktion ausgelagert. Indem wir z.B. fliegen, Fleisch konsumieren oder Auto fahren stoßen wir direkt oder indirekt viele Treibhausgase aus und tragen zu globaler Ungerechtigkeit bei. Schäden der Klimakrise sind also nicht nur den Mitgliedern der „Kapitalistischen Klimazerstörer-Bande“, sondern wir alle stehen in der Verantwortung. Daher wird die #Klimafahndung nun mit einem weiteren Plakat ausgeweitet:

Eine PDF-Datei zum Selbstausdrucken gibt es hier.

Die anderen Fahndungsplakate gibt es weiterhin unter: http://junepa.blogsport.eu/aktionen/klimafahndung/

Die Klimakonferenz hat begonnen!

Am 6. November hat die Klimakonferenz, die COP23, in Bonn begonnen!

Vor zwei Jahren haben wir anlässlich der COP21 in Paris eine Banneraktion an der Siegessäule in Berlin gemacht. Die Banneraufschrift CLIMATE JUSTICE NOW gilt heute wie damals.

Im Sommer haben wir mit 150 Menschen das Kohlekraftwerk Neurath im Rheinland blockiert. Damit haben wir gezeigt, wo das Klima wirklich verhandelt wird und wie Klimaschutz lebendig werden kann.

Kohle erSetzen! war erst der Anfang, seid gespannt, was in den nächsten Wochen noch passieren wird!

Gegen RWE und Braunkohle! Hambi bleibt!

Die erste Aktion der Regionagruppe Göttingen fand am 03.12. in der Göttinger Innenstadt statt.
Wir wollen damit den Hambacher Forst und die Leute vor Ort unterstützen. Dort wird zur Zeit gerodet und die bestehenden Besetzungenteilweise geräumt werden.

Wir haben ein Banner mit der Botschaft:“ Gegen Braunkohle und RWE! Solidarität mit dem Hambacher Forst“ in einen großen Ahorn gehängt. Außerdem haben wir Flyer verteilt, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und sie über die Situation vor Ort zu informieren.

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Ende Gelände-Bericht #3

Wir haben uns entschieden, euch aus unterschiedlichen Perspektiven mit unterschiedlichen Schwerpunkten unseren Eindruck von den Ende Gelände-Aktionstagen zu vermitteln. Die Berichte sind subjektiv und nur aus der Sicht einzelner Aktivist_innen verfasst.

Hier geht es zu den anderen beiden Berichten: Bericht 1, Bericht 2
Hier ist der dritte Bericht:

Aus der Grube auf die Schiene und wi(e)dersetzen

Nachdem wir am Freitag in die Aktion gestartet waren und im Tagebau Welzow-Süd bereits eine Nacht auf einem Braunkohlebagger verbracht hatten verließen wir am nächsten Mittag die Grube selbstbestimmt und schlossen uns der großen Demo an, die uns dann durch Welzow führte und machten uns auf dem Weg zurück zum Klimacamp. Der Plan: Auf die Schiene ohne unnötig lange im Camp zu verweilen, um nicht „aus dem Aktionsmodus zu fallen“. Also berieten wir uns, packten unsere Sachen um und nutzten die Gunst der einen Stunde, um z.B. die Komposttoiletten zu nutzen, unsere Wasserflaschen wieder zu befüllen, Hände und Gesicht vom Kohlenstaub zu befreien oder auch eine Kleinigkeit zu essen und die neuesten Infos einzuholen, was uns vielleicht dann bei der Gleisblockade erwarten würde.

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Ende Gelände-Bericht #2

Wir haben uns entschieden, euch aus unterschiedlichen Perspektiven mit unterschiedlichen Schwerpunkten unseren Eindruck von den Ende Gelände-Aktionstagen zu vermitteln. Die Berichte sind subjektiv und nur aus der Sicht einzelner Aktivist_innen verfasst.
Hier ist der zweite Bericht:

JunepA in der Grube und die Reaktion von Vattenfall und Polizei

Als ich gemerkt habe, dass sich uns kein Polizist in den Weg stellen wird, dass keine Wachfrau von Vattenfall eine Eisenstange in die Hand nimmt und dass wir in dieser Grube einfach absolut ignoriert werden, habe ich mir ein bisschen Sorgen gemacht.
Sonst war es immer ein gutes Zeichen für mich, wenn wir auf Widerstand gestoßen sind. Natürlich nicht aus staats- und repressionskritischer Sicht, aber aus der aktionstechnischen Perspektive. Wenn wir bei Aktionen geräumt wurden, dann hieß das für mich, dass wir erfolgreich gestört haben.
Da kam ich mir komisch vor, als wir da so ganz allein in der Grube rumgestapft sind.

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Ende Gelände-Bericht #1

Wir haben uns entschieden, euch aus unterschiedlichen Perspektiven mit unterschiedlichen Schwerpunkten unseren Eindruck von den Ende Gelände-Aktionstagen zu vermitteln. Die Berichte sind subjektiv und sind nur aus der Sicht einzelner Aktivist_innen verfasst.
Hier ist der erste Bericht:

Die JunepA-Bezugsgruppe

Als wir im November 2015 erfahren haben, dass es 2016 wieder eine Ende Gelände-Aktion geben würde, haben wir bei JunepA uns überlegt, wie wir uns am Vorbereitungsprozess beteiligen können.
Wir waren bei jedem Vorbereitungstreffen vertreten. Da es jedoch ziemlich schwer ist, als Gruppe tatsächlich Aufgaben zu übernehmen, haben wir uns entschieden, uns vor allem auf die Mobilisierung über unsere Kanäle zu konzentrieren.
Dazu gehörte, dass wir auf unserer Website inhaltliche Texte veröffentlicht, eine Facebookveranstaltung erstellt , JunepA-bei-Ende-Gelände-Flyer gedruckt, Mobiveranstaltungen organisiert und den Menschen in und außerhalb unseres Umfeldes vermittelt haben:
Ihr könnt mit uns in die Grube kommen!

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