Logbuch: Tag 6 auf der Lovis

16.09.2021

Burgstaaken -> Warnemünde

Heute konnten wir endlich, endlich weiterfahren! Wir sind heute Morgen in Burgstaaken abgelegt und haben uns damit von Fehmarn verabschiedet. Auf offener See erwartete uns eine ganze Menge Wind und Wellen, was einherging mit viel Segel-Action. Unter anderem mussten wir zum ersten Mal die beiden Gaffelsegel reffen, also die Segelfläche verkleinern, damit der Wind uns nicht zu viel Kontrolle über das Schiff nimmt. Die Wellen waren so hoch, dass einige von uns teils mehrfach eine ordentliche Salzwasserdusche abbekamen, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Nebenher haben während der Fahrt einige Menschen die Gelegenheit genutzt, um sich mal ans Steuer der Lovis zu begeben und ein erstes Gefühl fürs Ruder und die Navigation zu bekommen.

Auch neben dem Segeln hatten wir über den Tag hinweg genug zu tun, denn heute war unser Aktionsvorbereitungstag.
Gestartet sind wir mit der Flaschenpost, die wir zu Beginn des Törns gemeinsam mit unseren Vorsegler*innen von Turning the Tide mit Wünschen bestückt haben – denn Antimilitarismus und Klimagerechtigkeit gehen Hand in Hand! Nun treibt sie in der Ostsee und wir sind gespannt, ob und von wem sie eines Tages gefunden wird. Wir haben außerdem unterwegs viel pleniert und in den Aktionsgruppen die einzelnen Aktionen vorbereitet. Was genau, erfahrt ihr dann morgen…

Seit ungefähr 16:00 Uhr liegen wir nun am Pier von Warnemünde und haben die Aktionsvorbereitung dann in den praktischeren Teil überführt, vor allem in die Bannervorbereitung. Schon die letzten Tage haben mehrere Menschen viel Zeit in das Nähen eines sehr großen Banners gesteckt, das nun auf dem Pier bemalt und dabei schon sehr neugierig von Passant*innen begutachtet wurde. Und wir hatten große Pläne damit…
… die sich allerdings mittlerweile leider zerschlagen haben. Während des Abendessens hat es nämlich angefangen zu regnen. Und leider hatten wir wegen der Größe und der Unvollendedheit des Banners (noch nicht getrocknete Acrylfarbe) keine Möglichkeit, es an Deck der Lovis und damit ins Trockene unter die eilends aufgespannte Persenning zu retten. Im anschließenden Plenum herrschte entsprechend einiges an Frust und wir haben viele Ideen gewälzt, wie wir die Aktion umplanen können.

Nun ist es mittlerweile nach Mitternacht. Nachdem das Banner mehrere Stunden im Regen gelegen hatte und dabei komplett durchnässt wurde, kam noch eine andere Idee auf, wie es vielleicht sinnvoller gelagert werden könnte. Diese beinhaltete das Hochziehen an einem Segelfall bis in luftige Höhe. Dabei gingen nacheinander so viele Sachen schief (starkes Flattern im Wind, das die noch immer nasse Farbe weiter verteilte, mehrere halbe Bäder im Hafenbecken, eine zerrissene Hauptnaht, …), dass aktuell wenig mehr als ein sehr nasses, mit sehr viel schwarzer Farbe verwaschenes Stück Stoff übrig ist…
Aber mittlerweile nehmen wir alles mit Humor, schmieden zum X-ten Mal neue Pläne für morgen und freuen uns trotz allem auf den Tag!

Jojo

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