Logbuch: Tag 8 auf der Lovis

18.09.2021

Rostock

Liebes Lovis Logbuch,

es ist Samstag der 18. September, wir liegen im Rostocker Hafen und unser letzter Morgen auf der Lovis bricht an. Auch die vergangene Nacht war kurz und so sitzen wir ein letztes Mal mit müden Augen gemeinsam beim Frühstück. Auf die große Aktion folgt heute das große Putzen, wir werden heute von Bord gehen und müssen vorher das Schiff so in Ordnung bringen, dass es bereit ist, für das nächste Abenteuer.

Mit Heißgetränken und Milchreis ausgestattet starten wir jetzt aber erst noch in das letzte große gemeinsame Plenum, hurra. Jetzt, wo die Eindrücke der vergangenen Woche noch ganz frisch sind, tauschen wir uns darüber aus, wie es uns geht, was uns mitgenommen hat, welche Fragen, Wünsche, Kritik, Ideen uns durch den Kopf gehen. Auch, wenn ein Großteil der Reflexion erst mit etwas Abstand und Zeit möglich ist, ist es total wichtig, die frischen Eindrücke zu teilen und festzuhalten, damit nichts verloren geht.

Ich schaue mich ein bisschen in der Runde um und kann mir gar nicht vorstellen, wie es sein wird, nicht mehr voneinander umgeben zu sein. Nicht gemeinsam zu essen, zu diskutieren und nachdenklich über die Ostsee zu blicken.

Die Crew ist auch bei unserer Reflexionsrunde dabei, hatte eine gute Zeit und bemerkt mit einem Schmunzeln , dass wir wirklich sehr viel Plenum gemacht haben. Und, dass wir eine sehr friedliche Gruppe seien, wenn das mal nicht zu Antimilitarismus passt.

Beim Putzen vergeht die Zeit dann plötzlich ganz schnell, es wird gefegt, gespült, zusammengepackt…Menschen vom Klimacamp kommen und holen übergebliebenes Essen für ein anlaufendes Küfa-Projekt ab, wir essen Schokolade und Salzbrezeln. Jemensch entscheidet sich für Billie Eilish als Soundtrack.

Und dann sind wir fertig, stehen oben an Deck und verabschieden liebevoll hastig die ersten Menschen die schon zum Bahnhof müssen. Einige von uns bleiben den Tag noch in Rostock und laufen auf der UnteilbarMV Demo mit, andere machen sich direkt auf den Weg.

Ich laufe mit ein Paar Menschen Richtung Bahnhof und drehe mich am Anfang der Innenstadt noch einmal um. Frage mich, wann das Land aufhören wird sanft zu schaukeln und wann ich mich sicher genug fühle die improvisierten Befestigungsschnüre aus Paketband an meiner Brille zu entfernen, ob und wann wir uns alle wiedersehen und welche Aktionen wir als nächstes planen.

Vielen Dank für diese besondere Zeit over and out und hoffentlich auf bald!

Anna-Farah

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